Postmodern

Der postmoderne Mensch setzt an die Stelle des praktizierten
menschlichen Vermögens / das dem Menschen „gegebene“
Vermögen das „gemachte“ Vermögen, der wie auch immer gemachten Inszenierung setzt.
Dies ist eine typische Fehlfunktion, die für die Ich – Orientierung
Auswirkungen hat.
Daraus ergibt sich Geringschätzung der Praxis, der körperlichen,
seelischen ,intellektuellen Eigenkräfte,
zugunsten des „gemachten“ Vermögen… Vorgaben wie Erlebniswelten,
Lifestyle, Wellness ,event… alles locker fast beiläufig…
Diese Vorgaben werden zu gemachtem, erworbenem Vermögen
und hoch geschätzt.
Die Wert-Definition der Inszenierung bringt eine Entwertung
von Bemühung Anstrengung praktiziertem Eigentum von einer
Eigenidee ausgehend
es findet die Idealisierung von einfach „erwerbbarem“ mit Event-
Charakter statt.
… das ist hip… das war hip…
Wir haben die post post Moderne erreicht,und Gegenbewegungen finden statt… so neue Lebensraumbildungen..Südamerika.. Masuren, ökologisch geprägte Lebensgemeinschaften…usw.

Oder beispielsweise im Kleinen prallen diese Welten nett aufeinander:
im Berliner Mauergarten kauft der/die Touristin von hippen
Berlinern angebotene dort wachsende in Gießharz eingegossene
kleine blaue Blüten als z.B. Anhänger, und somit eignen sie sich ein Stück
Berliner „Luft“… lifestyle… an… der hippe Berliner stellte dies Dinge
in Eigenarbeit her… hatte die Idee… die Gießharzschicht trennt symbolisch den aneignenden Tourist und den eigenwertigen Hersteller.

Diese stärkste erkennbare Kraft, die eine Inkompatibilität von gemachten
Vermögen und menschlichem Vermögen erzeugt, und diese Eigendynamik
befördert, ist die VERMARKTUNG der neuen Wirklichkeitserzeugung in einer globalisierten kapitalistischen Gesellschaft.
Der Mensch, seine im Sein verwurzelten Bedürfnisse, sein GELINGEN
ist keinesfalls das Ziel des Wirtschafts-TUNS.
Die gegenwärtige kapitalistische Wirtschaft zumal die neoliberale
drängt dazu, Ich-Kompetenzen zugunsten eines gemachten Vermögens
zu ersetzen.
Selbst die Tendenzen zur Heilung der Eigenkräfte
(zum Beispiel gehen laufen im Wald, Radfahren… usw. bis hin zum Selbst-
Spüren gehen nicht ohne das richtige Outfit,
ja oft mit Ansage Gelingen versprechenden Trainer.
Überspitzt formuliert
erst in der richtigen Unterwäsche darf lustvoll geschwitzt werden,
die Leistung, idealerweise messbar,  vergleichbar sein.

Die Ausrüstung, das Instrument, die technischen Voraussetzungen werden bedient als Erfüllungshilfen des lustvollen Tuns.
Dies übernimmt die Wirtschaft, die Sportindustrie, die Esoterikindustrie,
die Anleitung via CD.
Die Buchung „wie finde ich meine Mitte“ für 1480 Euro
in ökologischer Unterkunft und vegetarischer Verpflegung… naturnah
… versteht sich… kann nur partiell die Suche erfüllen, ein Großteil
ist schlicht geschicktes Randgruppenmarketing.

Selbst das Wertschätzen alter Möbel  und Dinge sowie deren Restaurierung
wird inzwischen retro vintage gehandelt und auch eigens hergestellt.

Mein Handzettel… also Flyer… für das Reperaturcafé ist ein bißchen
retro gestaltet… hm….

Sehen Erkennen Tun… die e-mail Adresse zum Café
soll günstigstenfalls Programm sein.
Es muß jedoch aufgepaßt werden, dass keine INSTITUTIONALISIERUNG
stattfindet, und wieder Steuerungsmodelle entstehen, die die
Selbstheilungstendenzen der Ich-Orientierung (erwerben von
eigener Kompetenz) zerschlagen…

Ebenso wie gegen Orientierungslosigkeit angesagten uralten
Weisheiten wie Yoga und Meditation laufen in Gefahr zu
Marktnischen zu werden deren Ressoursen und Bedürfnissen aufgefangen
und umgewandelt werden in konsumorientierte Wellness im
weitesten Sinn… Das die Mitte finden als Konsumgut.

So ist es schon geschehen mit der Idee des Ehrenamtes.

In der Postmoderne füllt man vermehrt Defizite in der  Versorgung
im weitesten Sinn mit Ehrenämtern auf,
die zum Tausch den ein Ehrenamt ausfüllenden ein gutes Gefühl
„etwas sinnvolles zu tun“ vermittelt wird… und sie werden
inzwischen auch öffentlich belobigt… die goldene Nadel des Ehrenamtes.
Interessant dazu die Ehrenämter in diesen Broschüren.(IHK)

Das ist der Grund, warum mir mulmig wird, wenn ich als
Person „Werbung“ für das Repaircafé mache, es vorstelle.
Schaumamal..

Nun noch zur Parteienlandschaft….
Ideen werden austauschbar, zur Schlagwortfloskel
(die Angst der Irmtraut vor dem Wort Nachhaltigkeit)
So suchen wir  verzweifelt nach Neuem Sinnvollem-
leisten letztlich jedoch die Entwicklungsarbeit für den
Markt, der dies alles wieder schlucken wird.

Nun hier soll ein repair café an den Start gehen….gibt es
erfreulicherweise in manchen Städten bereits..
Ich sehe mit negativer Brille bereits eine Broschüre:
„how to start a repair café“ samt Equipment Liste… 😉

oh…ich sah..das gibt es schon…

Dem ist allein durch Autentizität zu begegnen…
ich wünsche mir kein „easy going“… also keine Verwertung als Reklame
für eine Institution oder Partei … von Effizienz als Ziel ganz zu
schweigen.

Als erfreuliches Nebenprodukt
JA
ein paar Euro… gespendet… für diese schöne Räumlichkeit
im „grünen Büro“
Meine älteste Tochter, mittlerweile 48…
sagte mir auf die Frage ob sie nicht sich für… engagieren wolle
vor 10 Jahre: Ihr habt uns doch schon alles weggenommem…
Ich gab ihr Recht.

Meine jüngste Tochter , jetzt am Ende ihres Doktorates in
Biochemie sagte mir sehr deutlich, dass sie keinen Tag in diesem
Beruf arbeiten werde… der Industrie zuarbeiten wolle…
Ich gab ihr Recht.

Jetzt fand ich dieses lesenswerte Buch:
„die schamlose Generation“…
und mußte doch etwas erschreckt, viele von mir nicht
zuende gedachte Gedanken…
es geht mir nicht so gut dabei,
allein das Verständnis für viele Verweigerungen der sog. Jungen
Generation kann ich nun vollkommen nachvollziehen…

Ein sehr wichtiges Buch… for future…
Wir haben gestohlen, vorenthalten, verwurstet aufgebraucht
mit der Hoffnung nie endender Ressourcen… und Ideen…

Wir haben nun die Verantwortung für die Folgen zu tragen
und ich glaube es ist von elementarer Wichtigkeit,
sich die Basis zu durchdenken, von der aus wir „wusteln“,
„Durchhalten“ allein genügt nicht.